In Deutschland sind Feuerwerkskörper, insbesondere Böller, traditionell ein Teil der Silvesterfeierlichkeiten. Jedes Jahr kommt es jedoch zu Diskussionen darüber, ob ihr Gebrauch eingeschränkt oder sogar verboten werden sollte. Ein Aspekt, der zunehmend in den Fokus rückt, betrifft die Erfahrungen von Geflüchteten und anderen Menschen, die in Deutschland Schutz suchen.

Die Risiken und Belastungen von Böllern
Böller können erhebliche Gefahren mit sich bringen. Jährlich kommt es zu Verletzungen durch unsachgemäßen Gebrauch, von Brandwunden bis zu Augenverletzungen. Daneben verursachen Feuerwerke auch Lärm, der nicht nur für Tiere belastend ist, sondern insbesondere für Menschen, die Traumatisches erlebt haben. Viele Geflüchtete, die Krieg, Bombenangriffe oder Flucht aus Krisengebieten hinter sich haben, reagieren auf laute Explosionen mit Panik, Angst oder Flashbacks.

Die gesellschaftliche Perspektive
Befürworter eines Verbots argumentieren, dass der Schutz von Menschenleben und psychischer Gesundheit über Traditionen stehen sollte. In Städten wie Berlin, München oder Hamburg gibt es bereits Pilotprojekte, bei denen Feuerwerkskörper in dicht besiedelten Gebieten eingeschränkt werden, um Verletzungen und Lärm zu reduzieren. Außerdem könnte ein Verbot dazu beitragen, die Integration von Geflüchteten zu erleichtern, da öffentliche Feiern weniger traumatisierende Auslöser enthalten würden.

Tradition versus Sicherheit
Auf der anderen Seite wird das Abbrennen von Böllern von vielen Menschen als kulturelle Tradition betrachtet, die zum Jahreswechsel gehört. Ein generelles Verbot stößt daher auf Widerstand, vor allem bei jenen, die den Jahreswechsel bewusst laut und spektakulär feiern möchten. Kritiker eines Verbots sehen darin auch einen Eingriff in die persönliche Freiheit.

Alternative Lösungen
Ein Mittelweg könnte darin bestehen, das Abbrennen von Böllern stärker zu regulieren, zum Beispiel durch:

  • Zeitliche Einschränkungen: Böller nur zu bestimmten Stunden zulassen.

  • Räumliche Einschränkungen: Feuerwerksfreie Zonen in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften, Krankenhäusern oder Altenheimen einrichten.

  • Förderung von Alternativen: Licht- oder Lasershows als sichere und geräuscharme Ersatzform von Feuerwerken.

Fazit
Die Frage, ob Böller verboten werden sollten, ist nicht nur eine Debatte über Tradition oder Sicherheit. Sie berührt auch gesellschaftliche Verantwortung und den Umgang mit Menschen, die besonders sensibel auf Lärm reagieren – darunter viele Geflüchtete. Ein generelles Verbot wäre ein klarer Schutz, doch auch gezielte Einschränkungen und Alternativen könnten die negativen Auswirkungen abmildern, ohne eine Tradition vollständig aufzugeben.

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