Gerda ist 54 Jahre alt, lebt in einem kleinen Vorort und hat in den letzten Jahren ein ungewöhnliches Hobby entwickelt: das Anlegen von Lebensmittelvorräten. In ihrem Keller reihen sich Regale voller Konserven, Nudeln, Reis, Mehl und Hygieneartikel – alles fein sortiert und nach Ablaufdatum geordnet.
Für Gerda ist das keine reine Vorsichtsmaßnahme, sondern eine Lebenseinstellung. „Ich habe das Gefühl, dass wir uns auf unsichere Zeiten vorbereiten müssen“, erklärt sie. Nachrichten über Klimakatastrophen, wirtschaftliche Turbulenzen und globale Krisen haben sie dazu gebracht, nicht länger nur auf die Regierung oder den Supermarkt zu vertrauen. „Es kann immer etwas passieren, und dann ist es besser, vorbereitet zu sein.“
Der Vorrat ist nicht nur praktisch, sondern auch eine Form der Selbstsicherheit. Gerda plant ihre Einkäufe strategisch: Sonderangebote werden genutzt, haltbare Lebensmittel sorgfältig ausgewählt. Es geht ihr nicht um Hamstern im Panikmodus, sondern um ein nachhaltiges Sicherheitsnetz. Ihr Nachbar findet es ein bisschen exzentrisch, ihre Tochter rollt manchmal mit den Augen, aber Gerda bleibt gelassen. „Man kann nie wissen, wann man darauf angewiesen sein könnte.“
In der heutigen Zeit gewinnt das Thema „Prepper“ – Menschen, die sich auf mögliche Krisen vorbereiten – immer mehr Aufmerksamkeit. Während manche übertrieben erscheinen, betonen Experten, dass ein gewisser Vorrat an Lebensmitteln und Wasser grundsätzlich sinnvoll ist. Gerdas Vorrat spiegelt also ein wachsames Bewusstsein für die eigene Sicherheit wider.
Doch es geht nicht nur ums Überleben. Gerda nutzt ihren Vorrat auch kreativ. Sie kocht regelmäßig neue Gerichte aus den gelagerten Lebensmitteln, experimentiert mit Konserven-Rezepten und teilt Tipps mit Freunden und Bekannten. Ihr Vorrat ist also nicht nur ein Sicherheitsnetz, sondern auch ein Ausdruck von Kreativität und Fürsorge.
In einer Welt, die immer unvorhersehbarer erscheint, zeigt Gerda, dass Vorsorge und Planung nicht zwangsläufig aus Angst entstehen müssen – sondern aus einem ruhigen, bewussten Streben nach Selbstbestimmung und Sicherheit.
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