Berlin – Für viele Geflüchtete ist die Ankunft in Deutschland der Beginn eines neuen Lebens, doch nicht jeder schafft es, in der fremden Umgebung Fuß zu fassen. Ein syrisches Ehepaar, das seit einigen Jahren in Deutschland lebt, steht nun vor einer schweren Entscheidung: Die Rückkehr in die Heimat.

Mohammed (38) und Amina (34) kamen vor fünf Jahren aus Syrien nach Deutschland, auf der Suche nach Sicherheit und einer besseren Zukunft für ihre Kinder. Trotz guter Deutschkenntnisse und fachlicher Qualifikationen gelingt es ihnen jedoch nicht, eine feste Arbeitsstelle zu finden. „Wir haben uns bemüht, Praktika und kleine Jobs zu bekommen, aber es reicht nicht aus, um unsere Familie zu ernähren“, sagt Mohammed.

Die Gründe für ihre Arbeitslosigkeit sind vielfältig. Viele Arbeitgeber zögern, Geflüchtete einzustellen, selbst wenn sie über Qualifikationen verfügen. Bürokratische Hürden, fehlende Anerkennung von Abschlüssen und die oft geringe Dauer von Zeitarbeitsverträgen erschweren den Einstieg zusätzlich.

Die Situation belastet das Paar stark. „Wir fühlen uns hier manchmal wie Gäste, die nirgendwo richtig dazugehören“, erzählt Amina. Die Unsicherheit über die Zukunft, finanzielle Sorgen und das Gefühl der Isolation führen dazu, dass das Paar über eine Rückkehr nach Syrien nachdenkt – trotz der weiterhin bestehenden Gefahren und wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Heimatland.

Experten betonen, dass Mohammed und Amina kein Einzelfall sind. Laut aktuellen Studien kämpfen viele Geflüchtete in Deutschland mit ähnlichen Problemen: Sie haben zwar die Flucht überlebt, doch der zweite Schritt – ein stabiles Leben in der neuen Gesellschaft aufzubauen – bleibt oft aus.

Die Bundesregierung versucht, durch Integrationsprogramme, Sprachkurse und Arbeitsmarktinitiativen gegenzusteuern. Doch viele Geflüchtete berichten, dass diese Maßnahmen oft zu bürokratisch oder nicht auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind.

Für Mohammed und Amina bleibt nun nur eine schwierige Entscheidung: Kämpfen sie weiter um einen Platz im deutschen Arbeitsmarkt, oder kehren sie in ein unsicheres, aber vertrautes Zuhause zurück? „Wir lieben Deutschland, aber wir müssen auch an unsere Kinder denken. Wir brauchen eine Lösung, die uns ein stabiles Leben ermöglicht“, sagt Mohammed.

Die Geschichte des syrischen Paares zeigt, dass Flucht nicht automatisch Integration bedeutet. Ohne gezielte Unterstützung und Perspektiven können selbst gut qualifizierte Menschen vor der Wahl zwischen Hoffnung und Rückkehr stehen.

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