Wer in Deutschland über steigende Lebensmittelpreise klagt, sollte einen Blick nach Frankreich werfen. Dort ist der Wocheneinkauf oft deutlich teurer – und zeigt, dass wir uns hierzulande trotz Inflation noch auf vergleichsweise günstige Preise verlassen können.
Während in Deutschland Grundnahrungsmittel wie Brot, Milch oder Nudeln zu den günstigsten in Europa zählen, greifen französische Verbraucherinnen und Verbraucher tiefer in die Tasche. Laut aktuellen Erhebungen kosten Lebensmittel in Frankreich im Schnitt 10–20 % mehr als in Deutschland. Besonders auffällig sind Fleisch, Käse und Obst: Produkte, die in Frankreich wegen strenger Qualitätsstandards und höherer Produktionskosten oft teurer angeboten werden.
Ein Beispiel:
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1 Liter Milch: in Deutschland ca. 1,10 €, in Frankreich 1,40 €
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1 kg Äpfel: in Deutschland ca. 2,20 €, in Frankreich 3,00 €
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1 Baguette: in Frankreich 1,20 € – in Deutschland oft schon für 70 Cent erhältlich
Frankreich setzt stark auf regionale Produktion, Qualitätslabel und Mindestpreise für Bauern. Das führt dazu, dass Produzenten besser abgesichert sind, Konsumenten aber mehr zahlen müssen. In Deutschland dagegen herrscht ein gnadenloser Preiskampf zwischen Discountern wie Aldi und Lidl, die mit Dumpingpreisen den Markt prägen.
Fazit: Auch wenn die Lebensmittelpreise in Deutschland zuletzt gestiegen sind, bleiben sie im europäischen Vergleich niedrig. Wer nach Frankreich schaut, erkennt schnell: Wir leben hier im „Discounter-Paradies“. Ein bisschen weniger Beschwerde und etwas mehr Wertschätzung für unsere günstigen Lebensmittel wäre angebracht.
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