Mein Name ist Maria, ich bin 86 Jahre alt, und ich lebe in Bergfeld, einem winzigen Dorf, das kaum jemand kennt. Für die meisten Menschen bin ich unscheinbar geworden – die alte Frau, die langsam über die Dorfstraße schlurft, die immer noch grüßt, obwohl niemand wirklich zurückgrüßt. Aber hinter meinen müden Augen brennt ein Kampfgeist, der nicht so leicht untergeht.

Jeder Tag ist ein Abenteuer und eine Prüfung zugleich. Mein Körper verrät mich zunehmend: Die Beine schwach, das Herz unruhig, die Lunge manchmal kaum belastbar. Ärzte sagen, ich solle mich schonen, doch „sich schonen“ bedeutet in meinem Alter oft, einfach aufzugeben. Ich will nicht aufgeben. Ich will jeden Tag noch spüren, die Sonne auf meinem Gesicht, das Gras unter meinen Füßen, das Lachen von Frau Schneider, die mir morgens über den Zaun zuwinkt, oder das Knurren von Herrn Becker, der immer behauptet, dass „die Alten heutzutage viel zu viel Jammern“.

In Bergfeld kennt jeder jeden. Manchmal ist das tröstlich, manchmal zermürbend. Die Menschen lieben dich, aber sie erinnern dich auch ständig daran, dass du „alt“ bist, „schwach“ und „abhängig“. Ich habe Freunde verloren, Menschen, die mir wichtig waren. Ich habe geliebt, gehofft, geweint – und trotzdem spüre ich, dass die Zeit mir langsam davonläuft.

Die Nächte sind die schwersten. Dann liege ich in meinem Bett und höre die Geräusche des Dorfes: das Quietschen der alten Straßenlaternen, das leise Schnurren von Katzen, das gelegentliche Heulen eines Hundes. Mein Herz rast, mein Atem stockt, und ich frage mich: Wie viele Nächte werde ich noch hier verbringen? Wie viele Sonnenaufgänge werde ich noch sehen?

Doch trotz allem spüre ich eine tiefe Verbundenheit mit diesem Ort. Bergfeld ist mein Zuhause, mein Erinnerungsbuch. Jeder Baum, jeder Weg, jedes Haus erzählt eine Geschichte – meine Geschichte. Ich kämpfe nicht nur, um zu überleben, sondern um die kleinen Momente zu genießen, die andere als selbstverständlich ansehen. Ein Gespräch mit Frau Schneider, das Teilen eines Kuchens mit Herrn Becker, das Lächeln eines Kindes auf dem Dorfplatz – das sind die Siege meines Lebens.

Ich weiß nicht, wie lange ich noch leben werde. Vielleicht nur noch Tage, vielleicht Monate. Aber ich werde weiterkämpfen, jeden Atemzug feiern und jedem, der mich anschaut, zeigen, dass ich noch da bin. Ich bin Maria, 86 Jahre alt, und solange ich atme, werde ich Bergfeld nicht verlassen, nicht geistig, nicht emotional. Ich werde weiterleben, so intensiv und stolz, wie es meine Kräfte erlauben.

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