Berlin-Zehlendorf, 5. Januar 2026 – Ein massiver Stromausfall hat am Montagabend große Teile des Berliner Südwestens lahmgelegt. In Zehlendorf sitzen aktuell rund 45.000 Haushalte ohne Heizung, Internet und Licht. Betroffen sind vor allem Wohngebiete, aber auch Teile der Infrastruktur wie Ampelanlagen und öffentliche Einrichtungen.
Notfallzentrum im Rathaus Zehlendorf
Reporterin Philippa Vögeding berichtet aus dem Rathaus Zehlendorf, das inzwischen als Not-Anlaufpunkt dient. Hier können Betroffene Wärme tanken, Strom für Handys und Laptops laden und sich mit Verpflegung versorgen. „Die Stimmung ist ruhig, aber angespannt“, berichtet Vögeding. „Viele Menschen fragen sich, wie lange sie noch ohne Energie auskommen müssen.“
Ermittlungen wegen Brandstiftung
Die Polizei geht von Brandstiftung aus. An einer Kabelbrücke, die für die Stromversorgung des Bezirks entscheidend ist, wurden Spuren gesichert. Experten prüfen derzeit, ob das Feuer gezielt gelegt wurde oder ein technischer Defekt verantwortlich ist.
Bekenner: Vulkangruppe meldet sich
Besonders brisant: Es soll ein Bekennerbrief der linksradikalen „Vulkangruppe“ eingegangen sein. Ob die Meldung echt ist, wird derzeit noch geprüft. Linksextreme Gruppen hatten in der Vergangenheit wiederholt Infrastruktureinrichtungen ins Visier genommen, bisher jedoch ohne so massive Stromausfälle zu verursachen.
Reparaturen dauern an
Stromversorger warnen, dass die vollständige Wiederherstellung der Energieversorgung bis Donnerstag dauern könnte. Grund seien nicht nur die Schäden an der Kabelbrücke, sondern auch Sicherheitsprüfungen an angrenzenden Leitungen. Viele Anwohner bereiten sich auf weitere Einschränkungen vor.
Kritische Infrastruktur im Fokus
Der Vorfall wirft erneut die Frage auf, wie gut Deutschlands kritische Infrastruktur gegen gezielte Angriffe geschützt ist. Experten fordern mehr Investitionen in Sicherheits- und Frühwarnsysteme, um die Stromversorgung stabil zu halten – besonders in einer Zeit, in der digitale Dienste und Heizungssysteme zunehmend auf Strom angewiesen sind.
Fazit
Ob es sich tatsächlich um einen gezielten Anschlag von Linksextremisten handelt, ist noch unklar. Sicher ist jedoch: Der Stromausfall zeigt, wie verwundbar selbst große Städte wie Berlin gegenüber Angriffen oder technischen Störungen sein können. Polizei und Energieversorger arbeiten mit Hochdruck daran, die Versorgung wieder vollständig herzustellen und die Täter zu identifizieren.
Das könnte Sie auch interessieren: