Die EU-Kommission plant, eine Debatte über eine mögliche Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre zu führen. Hintergrund sind die steigende Lebenserwartung und die finanziellen Herausforderungen vieler Rentensysteme in Europa. Laut der Kommission könnten längere Erwerbszeiten helfen, die Stabilität der Rentenfonds langfristig zu sichern.
Experten weisen jedoch darauf hin, dass eine Erhöhung des Rentenalters gesellschaftlich sehr umstritten ist. Besonders Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in körperlich anstrengenden Berufen könnten dadurch stark belastet werden. Auch Kritiker warnen, dass ein Renteneintritt mit 70 Jahren für viele Menschen gesundheitlich kaum machbar sei.
Die Diskussion der Kommission soll nicht automatisch zu einer Gesetzesänderung führen. Vielmehr geht es zunächst darum, mögliche Szenarien zu prüfen und die Mitgliedsstaaten über Handlungsoptionen zu informieren. Nationale Regierungen müssten letztlich entscheiden, ob und in welchem Umfang das Rentenalter angepasst wird.
Befürworter einer Anhebung argumentieren, dass viele Menschen heute länger gesund und leistungsfähig bleiben und die Wirtschaft von einer älteren Erwerbsbevölkerung profitieren könnte. Gegner hingegen sehen darin eine soziale Ungerechtigkeit, da ältere Arbeitnehmer oft schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und körperliche Belastungen zunehmen.
Die Debatte dürfte in den kommenden Monaten intensiv geführt werden, da die Alterssicherung in Europa ein zentrales Thema für die gesellschaftliche Stabilität bleibt.
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