Mit 33 Jahren arbeitet Laura seit über einem Jahrzehnt als Friseurin in einem kleinen Salon in einer deutschen Stadt. Sie liebt ihren Beruf, den Kontakt mit Menschen und die kreative Arbeit mit Haaren. Trotzdem beschäftigt sie seit einiger Zeit ein Thema immer mehr: ihr Gehalt.
„Ich gebe jeden Tag mein Bestes, stehe stundenlang auf den Beinen und sorge dafür, dass meine Kundinnen und Kunden zufrieden den Salon verlassen. Doch am Ende des Monats reicht das Geld kaum aus“, erzählt sie. Wie viele andere in ihrem Beruf verdient auch sie nur knapp über dem Mindestlohn.
Der Friseurberuf gilt als handwerklich anspruchsvoll und erfordert Kreativität, Präzision und ständige Weiterbildung. Dennoch werden viele Friseurinnen und Friseure vergleichsweise niedrig bezahlt. Besonders in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten wird das für viele zur Herausforderung. Miete, Strom, Lebensmittel und Versicherungen – all diese Ausgaben steigen, während das Einkommen oft gleich bleibt.
Laura überlegt deshalb, sich weiterzubilden, zum Beispiel zur Meisterin, um später einen höheren Verdienst zu erzielen oder vielleicht sogar selbstständig zu arbeiten. „Ich möchte meinen Beruf nicht aufgeben. Aber ich wünsche mir eine bessere Wertschätzung – auch finanziell“, sagt sie.#
Ihr Fall steht stellvertretend für viele Beschäftigte im Friseurhandwerk. Gewerkschaften und Berufsverbände fordern seit Jahren bessere Löhne und attraktivere Arbeitsbedingungen, um den Beruf langfristig zu stärken und Fachkräfte zu halten.
Trotz der Unzufriedenheit bleibt Laura ihrem Beruf treu – zumindest vorerst. Ihre Leidenschaft für Styling und Beratung gibt ihr die Motivation, weiterzumachen. Doch sie hofft, dass sich die Situation in Zukunft verbessert und ihre Arbeit die Anerkennung erhält, die sie verdient.