Eine neue Studie zeigt: Eine Familie in Deutschland benötigt mittlerweile mindestens 4.000 Euro netto im Monat, um ein normales, finanziell stabiles Leben führen zu können. Angesichts steigender Preise für Wohnen, Energie, Lebensmittel und Mobilität wird es für viele Haushalte zunehmend schwieriger, mit geringeren Einkommen auszukommen.

Lebenshaltungskosten deutlich gestiegen

Laut der Untersuchung sind vor allem die Mieten in Großstädten wie Berlin, München oder Hamburg in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Hinzu kommen höhere Kosten für Strom, Heizung und Lebensmittel. Auch Ausgaben für Kinderbetreuung, Schulmaterialien, Freizeitaktivitäten und Versicherungen belasten das Haushaltsbudget erheblich.

Die Studie definiert ein „normales Leben“ nicht als Luxus, sondern als die Möglichkeit, Miete und Nebenkosten zu bezahlen, sich ausgewogen zu ernähren, notwendige Versicherungen abzuschließen, Rücklagen für Notfälle zu bilden und den Kindern soziale Teilhabe zu ermöglichen – etwa durch Vereinsbeiträge oder gelegentliche Freizeitaktivitäten.

4.000 Euro als Untergrenze

Für eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern ergibt sich daraus ein monatlicher Mindestbedarf von rund 4.000 Euro netto. Darin enthalten sind:

  • Warmmiete inklusive Nebenkosten

  • Lebensmittel und Drogerieartikel

  • Mobilitätskosten (ÖPNV oder Auto)

  • Versicherungen und Vorsorge

  • Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben

  • Bildung, Freizeit und soziale Teilhabe der Kinder

Besonders problematisch sei laut den Studienautoren, dass viele Familien deutlich unter diesem Betrag liegen. Gerade Alleinerziehende und Haushalte mit nur einem Einkommen seien stark gefährdet, finanziell unter Druck zu geraten.

Politische Debatte nimmt zu

Die Ergebnisse dürften die Diskussion über Mindestlohn, Steuerentlastungen und Familienförderung weiter anheizen. Sozialverbände fordern seit Längerem eine stärkere Unterstützung von Familien mit mittlerem und geringem Einkommen, um soziale Ungleichheit zu verringern.

Die Studie macht deutlich: Wer heute eine Familie ernähren möchte, braucht ein deutlich höheres Einkommen als noch vor wenigen Jahren. Ohne strukturelle Entlastungen könnte es für viele Haushalte schwierig werden, langfristig finanzielle Sicherheit zu gewährleisten.