Als ihr Sohn Leo endlich das Licht der Welt erblickte, roch der Raum nach Desinfektion, Müdigkeit und einer tiefen Erleichterung, die fast körperlich greifbar war. Für Marie und Kian beginnt jetzt ein neues Kapitel, das gleichzeitig strahlend und herausfordernd ist. Zwischen Windeln, nächtlichen Wachschichten und einem Kinderwagen, der mehr kostete als ihr alter Gebrauchtwagen, tauchte eine Frage immer wieder auf: Wie sollen Familien das alles stemmen?

Die beiden sind dankbar für jede Unterstützung, die sie bekommen – auch für die sogenannte Baby-Prämie, die frischgebackenen Eltern den Start erleichtern soll. Doch nach der ersten Euphorie kam der Realitätscheck. Die Summe deckte einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Ausgaben ab. „Man könnte meinen, Babys seien klein, aber ihre Kosten wachsen wie Hefeteig“, sagt Marie und wiegt Leo auf dem Arm, der inzwischen zufrieden schnaubt.

„Die Prämie ist einfach stehen geblieben – aber die Preise sind davonmarschiert.“

Kian, der sich sonst ungern beschwert, formuliert es nüchtern: „Wir leben 2025. Alles ist teurer geworden. Windeln, Milchpulver, Strom, Miete. Aber die Baby-Prämie? Die klebt noch an der Vergangenheit wie ein vergessener Zettel am Kühlschrank.“

Die beiden vertreten damit, was viele junge Familien denken, aber selten laut sagen: Unterstützung ist gut, doch sie muss sich an der Realität orientieren. Während auf politischer Ebene über Fachkräftemangel, sinkende Geburtenzahlen und Familienfreundlichkeit debattiert wird, kämpfen Menschen wie Marie und Kian mit Kassenzetteln, die länger sind als manche Gesetzestexte.

„Wenn Kinder die Zukunft sind, warum müssen Eltern so viel improvisieren?“

Die Erstausstattung allein verschlang mehr als geplant. Jede Woche entdecken sie neue Kosten, die sie vorher nicht auf dem Radar hatten – ein verborgenes Universum aus kleinen Auslagen, das sich zu großen Summen auftürmt. „Wir wünschen uns keine Luxusförderung“, sagt Marie. „Nur eine Anpassung an die Wirklichkeit.“

Für das Paar ist klar: Die Baby-Prämie sollte steigen, und zwar so, dass sie nicht nur symbolisch wirkt. Eine echte Entlastung würde Familien nicht reich machen, aber Luft verschaffen – und genau das fehle vielen.

Jetzt, da Leo ruhig schläft, sitzen die beiden nebeneinander wie auf einer winzigen Insel in einem Meer aus Verantwortung. Und doch strahlt zwischen ihnen ein sanfter Optimismus. Nicht, weil alles einfach wird, sondern weil sie entschlossen sind, ihre Stimme zu heben.

„Wir wünschen uns nur,“ sagt Kian, „dass der Staat seinen Worten Glauben schenkt, wenn er sagt, Kinder seien das Wertvollste.“

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