Marta ist 63 Jahre alt und lebt allein in ihrer kleinen Mietwohnung am Stadtrand. Eigentlich sollte dies eine ruhige Lebensphase sein – weniger Stress, mehr Zeit für sich, vielleicht ein paar Ausflüge mit Freunden oder der Familie. Stattdessen sitzt sie immer häufiger mit Taschenrechner und Stapeln von Rechnungen am Küchentisch. Der Grund: die stetig steigenden Nebenkosten.

Wenn die zweite Miete zur Belastung wird

Was früher überschaubar war, ist heute zu einer „zweiten Miete“ geworden. Heizkosten, Strom, Wasser, Müllabfuhr – alles ist teurer geworden. Besonders die letzte Betriebskostenabrechnung hat Marta hart getroffen. Nachzahlungen, mit denen sie nicht gerechnet hatte, reißen ein Loch in ihr ohnehin knappes Budget.

Marta lebt von ihrer Rente und einem kleinen Nebenjob, doch die Einnahmen reichen kaum noch für das Nötigste. „Ich drehe die Heizung schon runter und dusche kürzer“, erzählt sie, „aber trotzdem wird es jedes Jahr teurer.“ Der Verzicht ist längst Alltag geworden: weniger frisches Obst, keine neuen Schuhe, Kino oder Restaurantbesuche sind schon lange gestrichen.

Angst vor der Zukunft

Die steigenden Preise sind für viele ältere Menschen eine stille Bedrohung. Gerade für diejenigen, die allein leben und nur eine geringe Rente erhalten, sind hohe Nebenkosten nicht nur ärgerlich, sondern existenzgefährdend. Auch Marta kennt diese Sorgen: Sie fragt sich, ob sie in der Wohnung bleiben kann, in der sie seit über zwanzig Jahren lebt. Ein Umzug in eine günstigere Wohnung? Schwer vorstellbar – der Wohnungsmarkt ist eng, und der Gedanke an den organisatorischen Aufwand überfordert sie.

Was helfen könnte

Marta hat inzwischen begonnen, sich zu informieren: über Wohngeld, über mögliche Härtefallregelungen, über Beratungsstellen für Senioren. Doch viele Anträge sind kompliziert, Formulare unübersichtlich, und die Wartezeiten lang. Ohne Unterstützung aus ihrem Umfeld wäre es noch schwieriger.

Experten raten älteren Menschen in ähnlichen Situationen, frühzeitig Hilfe zu suchen: Mietervereine, soziale Beratungsstellen oder Seniorenbüros können prüfen, ob Ansprüche auf Zuschüsse bestehen oder ob Betriebskostenabrechnungen fehlerhaft sind. Auch Gespräche mit dem Vermieter über Abschläge oder Ratenzahlungen können kurzfristig entlasten.

Mehr als Zahlen – eine Frage der Würde

Für Marta geht es längst nicht nur um Geld. Es geht um Sicherheit, um Würde und um das Gefühl, gesehen zu werden. „Ich habe ein Leben lang gearbeitet“, sagt sie, „und jetzt habe ich Angst, mir die eigene Wohnung nicht mehr leisten zu können.“ Ihre Geschichte steht stellvertretend für viele ältere Menschen, die mit steigenden Nebenkosten nicht mehr Schritt halten können.

Der Blick auf Marta zeigt: Hinter jeder Abrechnung steckt ein Mensch. Und es braucht Lösungen – politisch, gesellschaftlich und ganz praktisch –, damit Menschen wie sie nicht zwischen Rechnungen und Sorgen zurückbleiben.