Ich heiße Anne, ich bin 44 Jahre alt und Mutter von zwei wunderbaren Kindern. Ich habe sie in Armut großgezogen. Nicht, weil ich es wollte, sondern weil das Leben mir diese Herausforderungen gestellt hat. Ich habe nie laut über meine Härten gesprochen – nicht aus Scham, sondern weil ich wusste, dass Taten mehr sagen als Worte.
Als meine Kinder klein waren, war jeder Tag ein Balanceakt. Arbeiten, für die Kinder da sein, Termine koordinieren, den Haushalt stemmen – all das, während das Geld knapp war. Ich habe gelernt, Prioritäten zu setzen, kleine Siege zu feiern und jede noch so kleine Hilfe zu schätzen. Und obwohl ich oft müde war und kaum Zeit für mich selbst hatte, habe ich nie aufgehört, für meine Kinder zu kämpfen.
Armut prägt auf stille Weise. Sie lehrt Geduld, Kreativität und Verantwortung. Meine Kinder haben durch mich gelernt, was Zusammenhalt bedeutet, was Durchhaltevermögen heißt, und dass auch in schwierigen Zeiten Liebe und Stärke existieren.
Viele Menschen sehen nur das Offensichtliche und wissen nicht, wie viel Unsichtbares ich täglich bewältige. Meine Stärke liegt nicht im Reden, sondern im Tun. Ich zeige, dass Mut nicht immer laut ist – manchmal ist er leise, aber unaufhaltsam.
Meine Geschichte ist keine Märtyrergeschichte. Sie ist die eines stillen Überlebens, einer Frau, die durch schwierige Zeiten gegangen ist, ohne sich selbst zu verlieren. Armut definiert mich nicht – aber sie hat mir beigebracht, wie stark ich sein kann.
Und vielleicht liegt gerade in diesem Schweigen, in diesem unaufgeregten Durchhalten, die größte Form von Würde.
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