Marie, 67 Jahre alt, lebt seit Jahrzehnten nach einer einfachen, aber eisernen Regel: Geld ausgeben ist tabu – fast immer. Sie lebt bescheiden in ihrer kleinen Wohnung in der Innenstadt, doch der Unterschied zwischen ihr und vielen Gleichaltrigen fällt sofort auf: Marie kauft fast nichts, was über das Nötigste hinausgeht.

„Ich sehe keinen Sinn darin, unnötig Geld auszugeben“, sagt sie mit einem leichten Lächeln. Kleidung, Elektronik, Freizeit – alles, was andere als selbstverständlich ansehen, bleibt bei Marie außen vor. Der Großteil ihres Einkommens fließt ausschließlich in Rechnungen: Strom, Wasser, Gas, Versicherungen und natürlich die Miete. „Wenn die Rechnungen bezahlt sind, ist alles andere Luxus“, erklärt sie pragmatisch.

Marie hat sich einen eigenen Alltag aufgebaut, der völlige Konsumvermeidung ermöglicht. Sie kocht ausschließlich zu Hause, kauft nur reduzierte Lebensmittel und verzichtet auf Freizeitaktivitäten, die Geld kosten. Freunde und Familie wissen, dass Besuche bei ihr selten mit Geschenken verbunden sind – aber dafür mit Gesprächen und selbstgebackenem Kuchen.

Für viele mag Maries Lebensstil extrem wirken, aber für sie selbst ist er Ausdruck von Freiheit. „Ich habe gelernt, dass Geld sparen nicht nur Sicherheit bedeutet, sondern auch Klarheit im Kopf“, sagt sie. In einer Welt, die ständig zu Konsum animiert, hat Marie ihren eigenen Weg gefunden, ruhig und geordnet zu leben.

Man könnte meinen, dass sie dabei etwas verpasst – doch Marie sieht das anders: „Glück hängt nicht davon ab, wie viel man ausgibt. Es hängt davon ab, wie zufrieden man mit dem hat, was man schon hat.“

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