In den letzten Jahren hat sich der Handylärm in öffentlichen Verkehrsmitteln zunehmend zu einem Problem entwickelt. Laut einer aktuellen Ankündigung der Münchener Verkehrsgesellschaft (MVG) will man nun aktiv gegen den stetig steigenden Lärmpegel vorgehen. Besonders in den Stoßzeiten, wenn Züge, Busse und Trams voll sind, wird der Sound von Telefonaten und lauten Gesprächen immer wieder zu einer Belastung für andere Fahrgäste. Die MVG hat nun ein Konzept entwickelt, das künftig helfen soll, den Handylärm zu reduzieren: Durchsagen in den Fahrzeugen.
Ein Fokus auf Rücksichtnahme
Der Handylärm, der häufig von privaten Gesprächen oder lauten Telefonaten stammt, stellt nicht nur eine Störung für andere Fahrgäste dar, sondern beeinträchtigt auch das allgemeine Reiseerlebnis. „In den letzten Jahren haben wir festgestellt, dass immer mehr Fahrgäste sich durch laute Telefonate und Gespräche in den öffentlichen Verkehrsmitteln gestört fühlen“, erklärte ein Sprecher der MVG. „Wir möchten daher ein Bewusstsein für mehr Rücksichtnahme schaffen und den Fahrgästen auf eine höfliche, aber direkte Art und Weise klar machen, dass solche Störungen nicht akzeptabel sind.“
Die geplanten Durchsagen
Die MVG plant, regelmäßig Durchsagen in den Fahrzeugen zu schalten, die Fahrgäste freundlich daran erinnern sollen, Rücksicht auf ihre Mitreisenden zu nehmen. Ähnlich wie bei Durchsagen zu Verhaltensregeln oder Sicherheitshinweisen, könnten diese laut und deutlich darauf hinweisen, dass laute Gespräche oder Telefonate den Komfort der anderen Passagiere beeinträchtigen.
Der genaue Wortlaut dieser Durchsagen sei noch nicht finalisiert, aber man denke daran, diese in regelmäßigen Abständen durchzuführen – besonders in den Phasen, in denen die Verkehrsmittel besonders voll sind. Darüber hinaus ist auch eine verstärkte Kommunikation in den U-Bahn-Stationen sowie an Haltestellen geplant, um das Thema auch an den Ausgangspunkten der Fahrten anzusprechen.
Ein Schritt in Richtung höflicherer Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel
Die Einführung solcher Durchsagen ist Teil einer Reihe von Maßnahmen, die die MVG im Rahmen eines größeren Projekts zur Verbesserung des Komforts in den Verkehrsmitteln plant. Ziel ist es, den öffentlichen Raum angenehmer und respektvoller für alle Fahrgäste zu gestalten. Bereits in der Vergangenheit hat die MVG in München mit verschiedenen Initiativen auf Probleme wie das Müllaufkommen oder das zu laute Musikhören reagiert.
Auch wenn die Durchsagen nicht dazu gedacht sind, die Nutzung von Handys zu verbieten, soll ein größeres Bewusstsein für die Auswirkungen auf andere Fahrgäste geschaffen werden. In Zeiten der Digitalisierung, in denen viele Menschen während ihrer Fahrt ihre privaten oder beruflichen Gespräche führen, wird der Umgang mit Handys in öffentlichen Verkehrsmitteln zunehmend wichtiger.
Ausblick
Die MVG ist zuversichtlich, dass die neuen Maßnahmen den gewünschten Erfolg bringen werden. Natürlich bleibt abzuwarten, wie die Fahrgäste darauf reagieren und ob der Handylärm in den kommenden Monaten wirklich spürbar zurückgeht. Kritiker stellen jedoch infrage, ob Durchsagen allein ausreichen werden, um dieses Problem nachhaltig zu lösen. Einige schlagen vor, dass auch technologische Lösungen wie Lärmdämpfungssysteme oder separate Bereiche für laute Telefonate helfen könnten.
Nichtsdestotrotz stellt die geplante Initiative der MVG einen interessanten Versuch dar, den öffentlichen Raum durch einfache und kostengünstige Maßnahmen angenehmer zu gestalten. Ein respektvoller Umgang mit den Mitreisenden ist ein Schritt in die richtige Richtung, und es bleibt zu hoffen, dass andere Städte und Verkehrsbetriebe diesem Beispiel folgen werden.