In einer ruhigen Ecke der Stadt lebt er, seit 60 Jahren, und doch scheint die Zeit für ihn stehen geblieben zu sein. Sein Tagesablauf ist denkbar einfach: ausschlafen, Zeitung lesen, Kaffee trinken – vielleicht ein kleiner Spaziergang, wenn die Sonne freundlich scheint. Man könnte meinen, es sei das Leben eines durchschnittlichen Rentners, doch bei ihm ist alles ein wenig luxuriöser.

Denn unser 60-jähriger Protagonist ist ein Mann, der vom Staat bestens versorgt wird. Sozialleistungen, Rentenzahlungen und ein wohlgehütztes Sparbuch ermöglichen ihm ein Leben ohne Sorgen – zumindest finanzieller Art. Für ihn bedeutet „Arbeiten“ ein Fremdwort, ein Relikt aus einer vergangenen Ära, die er nie zu sehr in Erinnerung behalten möchte. Stattdessen widmet er sich den wirklich wichtigen Dingen: dem Genuss des Lebens, dem Müßiggang, dem Nichtstun mit einem gewissen Stolz.

Seine Nachbarn beobachten ihn oft neugierig. Während andere früh zur Arbeit eilen, genießt er seine Morgensonne auf der Terrasse, vielleicht einen kleinen Mittagsschlaf im Schaukelstuhl. Diskussionen über Wirtschaft, Politik oder Arbeitswelt verfolgt er aus sicherer Entfernung – er hat beschlossen, dass ihn all das ohnehin nichts angeht.

Man könnte meinen, dass ein Leben ohne Verpflichtungen langweilig sei. Doch für ihn ist genau das Gegenteil der Fall. Die Freiheit, jeden Tag selbst zu gestalten, das Nicht-Planen und das Loslassen von gesellschaftlichen Zwängen machen seinen Alltag zu einem besonderen Luxus. Er ist ein Meister der Kunst des Müßiggangs, ein Veteran des entspannten Lebens, dessen „Arbeit“ einzig darin besteht, das Leben in seiner angenehmsten Form zu genießen.

Vielleicht steckt hinter seinem scheinbaren Faulenzen mehr Weisheit, als man denkt. In einer Welt, die sich unaufhörlich dreht, hat er das Geheimnis gefunden, das viele suchen: Zeit, Ruhe und Gelassenheit. Und während die Welt draußen hetzt, sitzt er da, zufrieden, ungestört, und lebt das Leben, das andere nur träumen.

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