Thomas ist 67 Jahre alt und lebt in Deutschland, doch seine Gedanken wandern oft Tausende Kilometer entfernt – nach Australien. Dort wurden seine beiden Enkel geboren, doch Thomas hat sie nie gesehen. Sie sind 10 und 8 Jahre alt, zwei Jungen, die er nur aus Bildern und Videotelefonaten kennt.
Für Thomas ist das ein ständiger Zwiespalt aus Freude und Sehnsucht. Die Geburt seiner Enkel war ein Moment des Glücks, doch gleichzeitig ein Moment des Verlusts: Er konnte nicht bei ihnen sein, konnte ihre ersten Schritte, ihre ersten Worte, ihre kleinen Abenteuer nicht miterleben. „Es ist, als würde ein Teil meines Lebens auf der anderen Seite der Welt existieren“, sagt er oft.
Die Entfernung ist mehr als nur geographisch. Die Zeitzonen, die pandemiebedingten Reisebeschränkungen und die finanziellen Hürden machten Besuche bisher unmöglich. Telefonate und Videogespräche helfen, aber sie ersetzen nicht das Gefühl, einen kleinen Arm um sich zu spüren oder das Lachen im echten Leben zu hören.
Trotz allem ist Thomas voller Hoffnung. Er plant, eines Tages nach Australien zu reisen, um seine Enkel endlich in die Arme zu schließen. Bis dahin bleibt ihm die Vorstellungskraft: Geschichten aus seiner Jugend, kleine Abenteuer aus seiner eigenen Kindheit – all das möchte er seinen Enkeln erzählen. Er hofft, dass diese Verbindung, auch wenn sie auf Distanz besteht, stark genug ist, um die Jahre des Wartens zu überbrücken.
Thomas’ Geschichte ist eine Erinnerung daran, wie Familie in unserer globalisierten Welt oft über Kontinente hinweg existiert. Liebe kennt keine Grenzen – auch wenn die Umarmung manchmal auf sich warten lässt.
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