Andreas ist 79 Jahre alt und eine feste Größe auf den regionalen Flohmärkten. Wer ihn kennt, weiß: Er kommt regelmäßig, schlendert durch die Reihen von Antiquitäten, Second-Hand-Kleidung und kuriosen Sammlerstücken – und kauft fast nie etwas. Für Außenstehende mag das seltsam wirken, doch für Andreas ist es eine liebgewonnene Tradition.

Seit über zwei Jahrzehnten besucht er jeden Samstagmorgen die Flohmärkte der Stadt. „Es geht mir nicht ums Kaufen“, sagt er lächelnd. „Es ist das Stöbern, das Gespräch mit den Menschen, das Entdecken von Geschichten hinter den Dingen.“ Andreas kennt viele Händler beim Namen, hält hier ein Schwätzchen, lacht dort über einen besonders schrägen Fund. Für ihn ist der Flohmarkt eine kleine Welt für sich – ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen.

Seine Kinder und Enkel fragen manchmal, warum er nichts mitbringt. Andreas zuckt nur mit den Schultern: „Wenn ich etwas kaufen wollte, würde ich es tun. Aber so bleibt alles leicht, und die Freude ist rein in der Suche.“

Für viele Besucher ist Andreas mittlerweile eine Art lokaler Legende. Die Leute erkennen ihn, winken ihm zu und scherzen: „Na, hast du heute etwas gefunden, Andreas?“ Die Antwort bleibt immer gleich – ein warmes Lächeln und ein Kopfnicken.

In einer Welt, in der Konsum oft im Vordergrund steht, zeigt Andreas, dass es auch anders geht: Man kann Tradition pflegen, Freude an Begegnungen haben und Erinnerungen sammeln – ganz ohne einen Cent auszugeben.

Am Ende des Tages geht Andreas nach Hause, die Hände leer, aber das Herz voll. Und nächste Woche? Dann beginnt das Stöbern von Neuem.

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