In einem kleinen Vorort sorgt ein außergewöhnlicher Fall von Messie-Verhalten für Aufsehen. Ein Paar im Alter von 55 und 59 Jahren hat über Jahre hinweg so stark gehortet, dass ihr eigenes Haus mittlerweile als unbewohnbar gilt. Die Nachbarn berichten von einem zunehmenden Chaos, das sich sowohl im Inneren als auch um das Gebäude herum ausgebreitet hat.
Das Leben im Sammelwahn
Das Ehepaar, das anonym bleiben möchte, begann nach Angaben von Bekannten bereits vor Jahrzehnten, Dinge zu sammeln – zunächst scheinbar harmlos: Zeitschriften, alte Kleidung, Haushaltsgeräte. Mit den Jahren wuchs der Vorrat jedoch unkontrolliert. Heute stapeln sich in allen Räumen Berge von Gegenständen bis unter die Decke. Flure und Türen sind blockiert, Fenster kaum zugänglich, die sanitären Anlagen teilweise unbenutzbar.
Experten sprechen in solchen Fällen von einem Messie-Syndrom, einer psychischen Störung, die oft mit Angststörungen oder Depressionen einhergeht. Betroffene empfinden einen starken inneren Drang, Dinge zu behalten, selbst wenn sie keinen praktischen Nutzen mehr haben. Das führt nicht selten zu gesundheitlichen Problemen und sozialer Isolation.
Gefahr für Gesundheit und Sicherheit
Das Haus des Paares gilt mittlerweile als gesundheitlich riskant. In engen, schlecht belüfteten Räumen sammeln sich Schimmel, Staub und teilweise auch Essensreste. Solche Bedingungen können Atemwegserkrankungen und Infektionen begünstigen. Zudem steigt das Risiko von Bränden oder Verletzungen durch herabfallende Gegenstände.
Die Nachbarn berichten von unangenehmen Gerüchen und stellenweise sogar von Ungezieferbefall. Trotz der offensichtlichen Gefahren weigert sich das Paar bisher, professionelle Hilfe anzunehmen.
Hilfe und Auswege
Fachleute betonen, dass Messie-Paare oft psychologische Unterstützung brauchen, nicht nur materielle Entrümpelung. Ein Therapieansatz kombiniert meist kognitive Verhaltenstherapie mit praktischer Hilfe beim Sortieren und Loslassen von Gegenständen. Ziel ist es, die Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen und gleichzeitig die Wohnsituation sicher zu machen.
In Extremfällen kann das Haus zwar geräumt werden, doch ohne psychologische Begleitung kehren viele Betroffene schnell in alte Muster zurück. Die Herausforderung liegt also nicht nur in der körperlichen Reinigung, sondern vor allem in der emotionalen und mentalen Bewältigung des Sammelzwangs.
Fazit
Der Fall des 55- und 59-jährigen Paares zeigt eindrucksvoll, wie stark Messie-Verhalten das Leben von Menschen und ihr Umfeld beeinflussen kann. Es handelt sich nicht um Faulheit oder Nachlässigkeit, sondern um eine ernsthafte psychische Störung. Unterstützung, Verständnis und professionelle Begleitung sind entscheidend, um die Spirale aus Chaos, Isolation und gesundheitlichen Risiken zu durchbrechen.
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