Marie ist 49 Jahre alt, lebt in einer ruhigen Kleinstadt und führt eigentlich ein ganz normales Leben. Doch seit einiger Zeit beschäftigt sie ein Gedanke immer stärker: Was, wenn auch hier schwere Zeiten kommen? Bilder aus der Ukraine, Berichte über Krieg, unterbrochene Lieferketten und Energieknappheit haben bei ihr Spuren hinterlassen. Für Marie ist klar: Vorsorge ist kein Zeichen von Panik, sondern von Verantwortung.
In ihrem Keller stapeln sich inzwischen haltbare Lebensmittel. Konserven mit Bohnen, Erbsen und Suppen stehen ordentlich sortiert neben Säcken mit Reis und Nudeln. Mehl, Zucker und Speiseöl hat sie ebenfalls auf Vorrat gekauft. „Ich will nicht hamstern“, sagt Marie, „aber ich möchte vorbereitet sein, falls es plötzlich nichts mehr gibt oder alles unbezahlbar wird.“
Der Krieg in der Ukraine war für sie ein Wendepunkt. „Ich hätte nie gedacht, dass in Europa so etwas wieder möglich ist“, erzählt sie. Die Berichte von Menschen, die plötzlich keinen Strom, kein Wasser oder keine Lebensmittel mehr hatten, haben sie tief bewegt. Marie fragt sich, wie schnell sich auch ihr Alltag verändern könnte – durch politische Krisen, wirtschaftliche Probleme oder Naturkatastrophen.
Neben Lebensmitteln legt Marie auch Wert auf praktische Dinge: Kerzen, Batterien, ein Gaskocher und mehrere Kanister mit Wasser gehören inzwischen ebenfalls zu ihrem Vorrat. Sie hat sich informiert, welche Lebensmittel lange haltbar sind und wie viel ein einzelner Haushalt für mehrere Wochen benötigen würde. Dabei geht es ihr nicht nur um sich selbst, sondern auch um ihre Familie und Nachbarn. „Wenn es hart auf hart kommt, möchte ich teilen können“, sagt sie.
Nicht alle in ihrem Umfeld verstehen Maries Verhalten. Manche halten ihre Sorgen für übertrieben. Doch Marie bleibt ruhig. „Die Menschen in der Ukraine hatten auch ein normales Leben, bis es von einem Tag auf den anderen vorbei war“, meint sie. Vorbereitung gebe ihr ein Gefühl von Kontrolle in einer Welt, die immer unberechenbarer werde.
Für Marie sind ihre Vorräte kein Ausdruck von Angst, sondern von Hoffnung: der Hoffnung, auch in schweren Zeiten handlungsfähig zu bleiben. Sie wünscht sich, dass mehr Menschen über Vorsorge nachdenken – nicht aus Panik, sondern aus Solidarität und Weitsicht. Denn niemand weiß, was die Zukunft bringt.
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