Monatlich stehen ihr rund 400 Euro zur Verfügung. Nach Abzug der Miete bleibt davon nur ein kleiner Betrag für Essen, Medikamente und das Nötigste im Alltag. Große Sprünge sind unmöglich. Ein Cafébesuch in der Stadt, ein neues Paar Schuhe oder eine spontane Fahrt ins Umland – all das ist für Helga kein Teil des Lebens mehr, sondern eine Erinnerung aus früheren Zeiten.
Der Alltag ist stark durchgeplant. Morgens geht sie oft zum nahegelegenen Supermarkt, kurz bevor reduzierte Ware aussortiert wird. „Man lernt, genau zu rechnen“, sagt sie. Jede Ausgabe wird abgewogen, jede Entscheidung hat Konsequenzen. Heizen spart sie, wo es geht, auch wenn die Winter in München kalt sind.
Trotz der finanziellen Enge versucht Helga, sich kleine Routinen zu bewahren. Einmal pro Woche besucht sie eine Seniorengruppe im Viertel, wo Kaffee und Gespräche wichtiger sind als Geld. Dort trifft sie Menschen in ähnlichen Situationen – manche mit etwas mehr, manche mit noch weniger.
Sozialkontakte sind für sie der wichtigste Halt geblieben. „Allein sein ist schlimmer als wenig haben“, sagt sie. Doch auch diese Kontakte sind nicht selbstverständlich: Fahrkarten, kleine Geschenke oder gemeinsame Ausflüge müssen gut überlegt sein.
Helgas Geschichte steht exemplarisch für viele ältere Menschen, die in deutschen Großstädten mit sehr geringen Mitteln leben. Die hohen Lebenshaltungskosten in Städten wie München treffen besonders jene, deren Renten kaum zum Leben reichen. Zwischen steigenden Preisen und festen Einkommen entsteht eine Lücke, die sich im Alltag deutlich bemerkbar macht.
Und doch ist Helga kein Bild von Resignation. Sie organisiert ihren Alltag mit Disziplin und einer gewissen stillen Würde. Ihr Leben ist reduziert, aber nicht ohne Struktur, nicht ohne Menschen und nicht ohne Momente, die ihr wichtig sind – auch wenn sie klein geworden sind.
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