Susanne ist 28 Jahre alt und Mutter von zwei kleinen Söhnen: Tommy und Mark. Tommy ist 3 Jahre alt, Mark 4. Ihr Alltag besteht aus den typischen Routinen junger Familien – und trotzdem fühlt es sich für sie längst nicht mehr „typisch“ oder einfach an.

Von außen sieht vieles normal aus: Frühstück machen, Kinder anziehen, spielen, einkaufen, den Haushalt irgendwie nebenbei erledigen. Doch innerlich erlebt Susanne diese Tage zunehmend als Überforderung. Es ist nicht ein einzelnes Ereignis, das sie belastet, sondern die ständige Summe aus Lärm, Verantwortung, Schlafmangel und dem Gefühl, nie wirklich fertig zu werden.

Tommy ist in einem Alter, in dem er viel Nähe, Aufmerksamkeit und Begleitung braucht. Er ist lebhaft, impulsiv und fordert Susanne oft direkt und unmittelbar. Mark, der Ältere, ist zwar schon etwas selbstständiger, steckt aber in einer Phase, in der er Grenzen austestet und viel ausprobiert. Zwischen den Bedürfnissen der beiden hin- und herzuwechseln kostet Susanne enorm viel Kraft.

In den letzten Monaten hat sie das Gefühl entwickelt, dass sie nicht mehr richtig „hinterherkommt“. Schon morgens fühlt sich der Tag schwer an. Kleine Konflikte zwischen Tommy und Mark eskalieren schnell, und selbst einfache Aufgaben wie Anziehen oder Aufräumen werden zu Situationen, die sie emotional auslaugen. Früher konnte sie das besser abfedern, heute bleibt oft ein Gefühl von Erschöpfung zurück, das sich durch den ganzen Tag zieht.

Besonders belastend ist für Susanne, dass kaum echte Pausen entstehen. Selbst wenn die Kinder kurz beschäftigt sind, bleibt sie innerlich in Bereitschaft. Dazu kommt der Druck, alles gut zu machen – geduldig zu sein, organisiert zu bleiben, den Kindern gerecht zu werden und gleichzeitig den Haushalt zu schaffen.

Was Susanne erlebt, ist eine Form von chronischer Überlastung, wie sie viele Eltern kleiner Kinder kennen. Es bedeutet nicht, dass sie „nicht klar kommt“ im Sinne von Versagen, sondern dass die Anforderungen im Moment schlicht größer sind als die verfügbaren Kräfte.

Für sie wäre Entlastung entscheidend: nicht nur theoretisch, sondern konkret im Alltag. Kleine Pausen, echte Unterstützung und die Möglichkeit, Verantwortung zu teilen. Und vor allem die Erkenntnis, dass dieser Zustand nicht ihr Normalzustand bleiben muss, sondern ein Zeichen dafür ist, dass sie gerade zu viel trägt.

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