Auf einem kleinen Bauernhof am Rande eines ruhigen Dorfes lebte der Landwirt Jakob. Jeden Morgen ging er früh über seine Felder, fütterte die Tiere und hörte dem leisen Krähen der Hähne zu.
Eines Frühlingstages, als die Sonne gerade über den Hügeln aufging, hörte Jakob ein leises, verzweifeltes Piepsen aus dem hohen Gras nahe des Baches. Neugierig folgte er dem Geräusch und blieb plötzlich stehen: Zwei winzige Küken saßen dicht aneinander gedrückt unter einem Busch. Sie waren ganz allein, nass und zitternd.
Jakob kniete sich vorsichtig hin. „Na ihr zwei kleinen Abenteurer… wo ist denn eure Mama hin?“, murmelte er sanft.
Er sah sich um und entdeckte Spuren am Ufer des Baches – offenbar hatte die Entenmutter ihre Küken auf dem Weg verloren, als sie ins Wasser gegangen war. Ohne zu zögern, zog Jakob seine Jacke aus und hob die beiden vorsichtig hinein.
Zurück auf dem Hof setzte er die Küken in eine alte Holzkiste, legte weiche Strohhalme hinein und stellte eine kleine Wärmelampe darüber. Seine Katze, normalerweise sehr neugierig, setzte sich nur daneben und schnurrte leise, als würde sie Wache halten.
Die Küken erholten sich schnell. Schon am nächsten Tag watschelten sie tapsig durch die Kiste und piepsten fröhlich, wenn Jakob kam. Er fütterte sie mit warmem Futter und gab ihnen sogar Namen: „Krümel“ und „Sonnenschein“.
Ein paar Tage später kam die Entenmutter tatsächlich zurück. Jakob brachte die Küken vorsichtig zum Bach, und als sie die Stimme ihrer Mutter hörten, liefen sie sofort los und sprangen ins Wasser.
Die Familie schwamm davon – doch jeden Morgen, wenn Jakob am Bach vorbeiging, schien es, als würden zwei kleine Küken ihm kurz zuwinken.
Und er lächelte jedes Mal.